Tradition – eine Überlieferung erobert die Gemeinschaft

Was ist eine Tradition?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man zwischen „Tradition“ und „traditionellem Handeln“ unterscheiden.

Tradition ist der lateinische Begriff für Überlieferung.
Entstanden aus Erfahrungen, Fähigkeiten, Kenntnissen und Einsichten bildet sie innerhalb einer Kultur jene Lebensform die über ein Einzelleben hinaus Bestand hat. Sitten und Bräuche, Rechtsformen und Glaubenssätze, Kult, Ritus, Symbol, Kunstwerke und Dichtungen, moralische Überzeugungen und wissenschaftliche Erkenntnisse gehen so in die einzelne Tradition einer Gemeinschaft ein.
Staatspolitisch spielen Traditionen eine tragende Rolle. Sie sollen Ordnungen, Einrichtungen und Rechtsgrundsätze, Denkgewohnheiten, Macht- und Besitzverhältnisse erklären, was jedoch schnell zum konservativen Traditionalismus führt. Selbst in sozialistischen Bewegungen kann man Traditionalismus in Form von Gewerkschaften erkennen. In den meisten Religionen hingegen ist die Tradition ein bestimmendes Moment.
Traditionelles Handeln entsteht dort, wo die Tradition mit neuen Erkenntnissen und Fortschritten in ihrer Aufgabe nicht gelöst werden kann. Sie wird dann zur bloßen Gewohnheit.

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